Manifest

Aus dem Gemeinschaftsvertrag vom Mai 1993

Im Zentrum des Interesses steht die Frau als Schwangere und das von ihr erwartete Kind. In unserer Zeit sind mit Schwangerschaft und Geburt viele Erwartungen und Ängste verbunden, nur schwer stellt sich für manche Schwangere die Freude auf das Kind ein. Hier, in unseren Räumlichkeiten,
soll qualifizierte pränatale Diagnostik in Sorge für Mutter und Kind helfen, objektive Sicherheit über den Zustand des Ungeborenen zu gewinnen.

Für viele wird es die Bestätigung der unauffälligen Entwicklung sein, für viele auch die Sicherheit über eine Entwicklungsstörung. Die Folge wird bei einer Fehlbildung oft der Abbruch der Schwangerschaft sein, gelegentlich wird der Fetus behandelt werden können. Immer soll ärztlich – im Einzelfall verantwortet – die richtige Entscheidung gesucht werden. Dabei stehen Leitsätze wie
„nil nocere“ im Vordergrund, gültig für die Familie und das ungeborene Kind. Keine Mühe darf gescheut werden.

Die Medizin wird auf höchstmöglichem Niveau gehalten. Die Pflicht zu informieren, zum Besuch von Kongressen, zur Bildung und Weiterbildung
ist oberstes Gebot. Austausch unter Kollegen und Offenheit nach Innen und Außen ist im Interesse der uns anvertrauten Patienten selbstverständlich.
Kollegialität ist Prinzip.

Die Qualität der Arbeit muss sich ohne Aggressivität nach Außen dokumentieren. Über die objektive Befund- und Diagnosesicherheit hinaus soll der Patientin auch in subjektiven Beschwerden geholfen werden. Immer soll sie das Gefühl haben, dass sie ernst genommen wird, auch bei irrationaler Angst und psychosomatischen Beschwerden, gerade bei Schwangerschaftsabbruch, Schwangerschaftsverlust und Behinderung. Auch die Behinderung eines Kindes unter Umständen annehmbar zu machen, ist ein Anliegen der in der Praxis tätigen Menschen, Ärzte und Nichtärzte.

Das Haus ist so gewählt, dass solide, bodenständige Umgebung neueste Technik beherbergt. Der Patient soll sich immer wohl und geborgen, sicher
und akzeptiert fühlen und niemals ausgeliefert an Apparate.

Die dort arbeiten haben Lust am Neuen, Innovativen, am Experiment. Sie haben auch Freude am Menschen und sind offen für Andersdenkende.

Die Arbeit wird geprägt vom Respekt vor dem anderen Menschen. Erwachsene als Gegenüber sollen nicht erzogen werden. Der Umgang miteinander ist entscheidend beeinflusst von Toleranz und Akzeptanz. Dabei soll jedoch nicht die eigene Position aufgegeben werden. Im Umgang mit den Mitarbeitern/ Kollegen ist Respekt erforderlich und eine vernünftige Distanz. Alle arbeiten am gemeinsamen Gelingen, in großer Eigenständigkeit und gemeinsamem Respekt. Die Führung durch die Ärzte wird anerkannt, keine Gleichmacherei.

Die Ärzte wissen, dass sie alleine nichts erreichen können.

Alle sind wichtig. Alle sollen teilhaben am Wissen, an Aktivitäten, am gemeinsamen Leben. Alle Mitarbeiter sollen teilnehmen an gemeinsamen Veranstaltungen. Alle haben das gleiche Ziel.

Gemeinsame Feste pflegen die Gemeinschaft, dabei soll auf Anspruch geachtet werden, nicht auf Geld und Besäufnis. Gedacht ist an Gartenfeste, Lesungen, Philosophie, Seminare, Kunst, Musik etc. Der „genius loci“ der alten Villa, der Bäume, des Gartens, der Nähe zum Schloss der Bayern soll gepflegt werden. Der Anspruch ist, das Besondere bekannt zu machen, von München aus, über München hinaus.