Leri-Weill Dyschondrosteose

Das Léri-Weil-Syndrom (LWS) ist gekennzeichnet durch folgende Charakteristika: Verbiegungen von Radius und Tibia, Luxationen im Bereich von Ellbogen und Handgelenk (mit Madelung-Deformität), Hypoplasie der Fibula, Verkürzung der Vorderarme und Unterschenkel. Häufig sind Schmerzen und Funktionseinschränkungen im Bereich der Handgelenke. Die Ausprägung ist dabei sehr variabel. DieAssoziation der Madelung-Deformität mit dem Turner-Syndrom (Karyotyp 45, X) und X Autosomen-Translokationen führte zur Identifizierung eines DNA-Markers in der pseudoautosomalen Region (PAR1) des X- und Y-Chromosoms. In Familien mit Dyschondrosteose und Madelung-Deformität wurden Deletionen bzw. Mutationen im SHOX-Gen gefunden. Das SHOX-Genist ein Homöobox-Gen. Dies sind Gene, die bei der Embryonalentwicklung für die Organisation des Körperbaus bedeutsam sind. Die pseudo-autosomalen Regionen (PAR) sind die einzigen identischen Regionen auf den Geschlechtschromosomen X und Y. Beim Menschen sind zwei Regionen jeweils an den Enden des X- und Y-Chromsoms bekannt. Obwohl das SHOX-Gen auf dem X-chromosom liegt, folgt das LWS dem autosomal-dominanten Erbgang. Männer sind beim LWS in der Regel nicht stärker betroffen als Frauen. Stärker betroffen werden nur die Kinder, die ein vollständiger Verlust der SHOX-Aktivität durch homozygote oder kombiniert heterozygote Mutationen im SHOX-Gen aufweisen. Die Erkrankung wird hier als Langer mesomelen Dysplasie (LMD) bezeichnet. Diese stellt eine wesentlich schwerere Form des Kleinwuchses mit zusätzlichen äußeren Merkmalen dar. Neben bei Patienten mit LWS sind heterozygote Mutationen im SHOX-Gen bei ca. 2-7% derPatienten mit einer nicht-syndromalen Kleinwüchsigkeit (Körpergröße unter der 3. Perzentile, keine nachweisbaren Skelettveränderungen, keine endokrinen oder psychisch/neurologischenErkrankungen) zu finden.

Untersuchtes Gen
SHOX (MIM: 312865)

Stufendiagnostik
Stufe 1 Sequenzierung SHOX-Gen
Stufe 2 MLPA-Analyse SHOX-Gen

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